Revisionspflicht in der Schweiz


Revisionsarten

In der Schweiz besteht grundsätzlich für jedes Unternehmen, welches als juristische Person organisiert ist, eine Revisionspflicht. Je nach Grösse des Unternehmens ist diese umfassender ausgestaltet und somit mit höheren Kosten verbunden. Bei kleineren Unternehmen besteht zudem die Möglichkeit, auf die Revision zu verzichten. Es werden somit folgende Arten der Revision unterschieden:

  • Ordentliche Revision
  • Eingeschränkte Revision
  • Verzicht auf die Revision (Opting-Out)

Ordentliche Revision

Die ordentliche Revisionspflicht trifft auf diejenigen Unternehmen zu, die

  • Anleihen ausgeben,
  • börsenkotiert sind,
  • eine Konzernstruktur vorweisen,
  • oder dies von Aktionären gefordert wird, die mindestens 10% des Aktienkapitals vertreten.

Desweitern besteht die Pflicht zur ordentlichen Revision, wenn mindestens zwei dieser drei Anforderungen während zwei aufeinanderfolgenden Jahren erfüllt wurden:

  1. Bilanzsumme ist grösser als 20 Millionen Franken
  2. Jahresumsatz ist grösser als 40 Millionen Franken
  3. Es bestehen mehr als 250 Vollzeitstellen.

Die ordentliche Revision erfolgt durch zugelassene Revisionsexperten (Art. 727b Abs. 2 OR). Bei Publikumsgesellschaft ist hingegen ein staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen zu Rate zu ziehen (Art. 727b Abs. 1 OR).

Eingeschränkte Revision

Die Voraussetzungen, damit ein Unternehmen der ordentlichen Revision untersteht, sind bewusst recht hoch angesetzt worden und treffen in der Regel nur börsenkotierte Gesellschaften sowie volkswirtschaftlich bedeutende Unternehmen. Für alle anderen Unternehmen, sprich KMU, Genossenschaften, Stiftungen oder Vereine reicht die eingeschränkte Revision aus, welche weniger weit geht und dadurch auch günstiger ist.

Der eingeschränkten Revision unterliegen alle Unternehmen, die die Voraussetzungen zur ordentlichen Revision nicht erfüllen.

Die eingeschränkte Revision erfolgt durch einen zugelassenen Revisor (Art. 727c OR).

Verzicht auf die Revision

Bei kleinen Unternehmen macht eine Revision im Regelfall weniger Sinn bzw. ist von diesen finanziell gar nicht tragbar. Aus diesem Grund können Unternehmen, die im Jahresdurchschnitt weniger als 10 Vollzeitstellen besetzen, auf die (eingeschränkte) Revision verzichten. Dazu müssen alle Aktionäre zustimmen, was häufig bereits bei der Gründung erfolgt.

Dieser Verzicht wird auch als Opting-Out bezeichnet und ist solange gültig, wie nicht mehr als 10 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt besetzt sind. Anschliessend unterliegt das Unternehmen wieder regulär der eingeschränkten Revision. Die Ausübung des Opting-Out muss jedoch durch das Unternehmen erfolgen, da ansonsten die eingeschränkte Revisionspflicht besteht. Es handelt sich somit nicht um eine automatische Rechtsfolge.

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